Bindegewebsmassage

Kurs Bindegewebsmassage
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Inhaltsverzeichnis
  • 2.1.1 Das Epithelgewebe
  • 2.1.2 Das Bindegewebe
  • 2.2.1 Kollagen (leimartige) Fasern
  • 2.2.2 Zugelastische Fasern
  • 2.2.3 Mucopolysaccharide
  • 2.3.1 Lockeres Bindegewebe
  • 2.3.2 Straffes Bindegewebe
Es gibt vier Hauptgewebsarten
  • Epithel- oder Deckgewebe
  • Binde- und Stützgewebe
  • Muskelgewebe
  • Nervengewebe
2.1.1 Das Epithelgewebe
Das Epithelgewebe besteht aus Epithelzelle. Diese bedecken innere (z.B. Darmrohr, Luftröhre) und äußere Körperoberflächen. Sie haben Schutz- und Grenzfunktionen und kontrollieren die Stoffaufnahme in den Körper.

Epithelien können je nach Funktion und Lage unterschiedlich aussehen. Sie können einschichtig oder mehrschichtig sein. Die Epithelien werden im einzelnen bei den entsprechenden Organsystemen besprochen. Hier nun einige Beispiele:

Ein einschichtiges Plattenepithel, (Endothel) kleidet das innere aller Blutgefäße aus.

Ein einschichtiges Zylinderepithel bedeckt die resorbierenden Abschnitte des Verdauungstraktes.

Ein mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel (Epidermis) bedeckt die äußere Körperoberfläche.

2.1.2 Das Bindegewebe

Zu den Binde- und Stützgeweben gehören:
Bindegewebe, Knorpelgewebe, Knochengewebe. Funktionell dominieren bei diesen Geweben die Interzellularsubstanz.

Die äußere Gestalt betreffend, der Form nach:
a) Bindegewebszellen
  1. Ortsständige Bindegewebszellen (Fibrozyten)
  2. Mobile Bindegewebszellen (z.B. Makrophagen, Plasmazellen) spielen eine Rolle bei Abwehrprozessen
b) Interzellularsubstanz (geformte Masse oder ungeformte eiweißhaltige Flüssigkeit)
  1. Bindegewebsfasern
    • Kollagene Faser
    • Elastische Fassern
    • Retikuläre Fasern: Sind die feinsten Bindegewebsfasern ; die stützenden Fasern im Knochenmark und in den lymphatischen Organgen
  2. ungeformte Interzellularsubstanzen
    • Wasser
    • Mucopolysaccharide
    • Nährstoffmoleküle (Zucker Aminosäure)
Die ortsständigen Bindegewebszellen kommen in einer Ruheform und einer aktiven Form vor. Die aktiven orstständigen Bindegewebszellen (Fibroblasten) bilden die Bindegewebsfasern und die Mucopolysaccharide der Interzellularsubstanz.
2.2.1 Kollagen (leimartige) Fasern

Sie sind aus parallel angeordneten kollagenen Fibrillen (Durchmesser: ca. 0,3 Mikrometer) aufgebaut. Kollagene Fasern sind sehr zugfest; sie halten einen Zug von 6Kg/mm² Querschnitt stand und erreichen damit die Zugfestigkeit von Stahl (stahlelastisch). Im Körper verlaufen kollagene Fasern meist leicht gewellt; deswegen sind sie um etwa 3% ihrer Länge dehnbar. Werden kollagene Fasern mit Gewalt um mehr als 3% gedehnt, kommt es zur Zerreißung einzelner Fibrillen.

Kollagene Fasern finden sich im Körper dort, wo mechanische Zugspannungen auftreten (Gelenkbänder; Sehnen bestehen fast ausschließlich aus kollagenen Fasern). Sie stellen sich mit ihrer Länge auf einen mittleren Spannungszustand ein. Läßt die Zugbeanspruchung (z.B. eines Gelenkbandes oder einer Sehne) nach, so verkürzen sich die kollagenen Strukturen. Diese Verkürzung ist ein Umbau des Fasergefüges und braucht einige Wochen. Werden kollagene Fasern über längere Zeit einer vermehrten Zugspannung ausgesetzt, dann verlängern sie sich ebenfalls im Zuge eines Umbaus. Wegen dieser Eigenschaft der kollagenen Fasern darf man ein Gelenk nur in einer Mittelstellung ruhigstellen.

Kollagene Fasern haben einen langsamen Stoffwechsel und somit eine langsame Erneuerungsrate. Eine Ausnahme hiervon machen die kollagenen Fasern, welche die Zähne in den Zahnfächern verankern. Bei Vitamin C-Mangel ist der Kollagenstoffwechsel gestört.

2.2.2 Zugelastische Fasern

Sie neigen dazu, sich zu verzweigen, können auch Netze oder dünne, gefensterte Platten bilden. Elastische Fasern sind reversivel, auf ca. 150% ihrer Länge dehnbar (gummielastisch). Sie kommen in geringer Anzahl überall im Bindegewebe vor. Sie sind reichlich vorhanden in den Wänden großer herznaher Arterien (Schlagadern).

Die Ligamenta Flava zwischen den Wirbelbögen bestehen fast ausschließlich aus elastischen Fasern.

2.2.3 Mucopolysaccharide

Verwandt mit ihnen sind die Schleimstoffe des Körpers. Mucopolysaccharide des Bindegewebes werden von den ortsständigen Bindegewebszellen gebildet und in den Zwischenzellraum (Interzellularraum) ausgeschieden. Sie können Wasser in den Interzellularraum binden und sich außerdem zu einem eng- oder weitermaschigen Raumnetz verknüpfen. Somit bestimmen sie die Transportgeschwindigkeit von anderen Substanzen durch das Bindegewebe. Nimmt der Wassergehalt im Bindegewebe über das normale hinaus zu, spricht man von einem Ödem.

2.3.1 Lockeres Bindegewebe

Es besteht aus allen erwähnten Bestandteilen (ortsständige Zellen, mobile Zellen, relativ viel ungeformte Interzellularsubstanz, relativ wenig elastische und kollagene Fasern).

Lockeres Bindegewebe füllt die Lücken zwischen den anderen Organen aus. Dort verlaufen die Nerven und Blutgefäße. Der gesamte Stofftransport zwischen Blutkapillaren und den Zellen der Organe geht durch das Bindegewebe. Bindegewebsstraßen gliedern deswegen auch die Organe des Körpers: Stroma.

Das lockere Bindegewebe der Unterhaut (subkutanes B.) ist ein wichtiger Wasserspeicher für den Körper.

2.3.2 Straffes Bindegewebe

Es ist sehr faserreich, freie, mobile Zellen fehlen. Auch die ortsständigen Zellen und die ungeformte Interzellurarsubstanz treten mengenmäßig zurück.

Straffes Bindegewebe kommt in zwei Hauterscheinungsformen vor

  1. 1. Straffes, geflechtartiges Bindegewebe
  • Dichte Fasernetze von kollagenen Fasern bilden schützende Kapseln um Organe und Gelenke
  • Faszien - Muskelbinden umhüllen Muskelgruppen
  1. 2. Straffes, parallelgerichtetes Bindegewebe
  • Kollagene Fasern liegen alle in der gleichen Richtung
  • Beispiele: Gelenkbänder, Sehnen


Martina Singer staatl. gepr. Masseurin und med. Bademeisterin (Deutschland)
Lymphtherapeutin, Fussreflexzonentherapeutin, Fachreferentin
53225 Bonn, Johannesstr. 72, Tel. 0228 40 37 79 02
Massage Bonn => www.martina-singer.de